Grafik & Design
Typografie-Grundlagen
Kurz erklärt
Typografie ist die Gestaltung von Schrift: Schriftwahl, Größen, Abstände und Hierarchie entscheiden darüber, ob ein Text gerne gelesen wird und professionell wirkt. Die wichtigsten Grundregeln: maximal zwei Schriftfamilien kombinieren, klare Größenabstufungen für Überschriften und Fließtext festlegen und auf angenehme Zeilenlängen und Zeilenabstände achten.
Inhaltsverzeichnis
Die Schriftwahl prägt den Charakter eines Designs stärker als die meisten anderen Elemente: Eine klassische Serifenschrift wirkt traditionell und seriös, eine moderne serifenlose Schrift klar und technisch. Als Faustregel genügen zwei Schriftfamilien pro Projekt, etwa eine für Überschriften und eine für Fließtext. Mehr Schriften wirken schnell unruhig und beliebig. Innerhalb einer Familie sorgen verschiedene Schnitte (fett, normal, kursiv) für Abwechslung, ohne die Einheitlichkeit zu zerstören. Wichtig ist außerdem, dass die Schrift in allen benötigten Größen und auf allen Geräten gut lesbar bleibt.
Hierarchie macht Inhalte erfassbar: Der Leser muss auf einen Blick erkennen, was Überschrift, Zwischenüberschrift und Fließtext ist. Das erreicht man über deutliche Größenunterschiede, Schriftschnitte und Abstände, nicht über viele verschiedene Schriften. Für Fließtext gilt als Faustregel eine Zeilenlänge von etwa 50 bis 75 Zeichen: Kürzere Zeilen zerhacken den Lesefluss, längere lassen das Auge die nächste Zeile schwer finden. Der Zeilenabstand sollte spürbar größer sein als die Schriftgröße, damit der Text Luft hat. Wer diese wenigen Regeln konsequent anwendet, hebt sich bereits von einem Großteil aller Websites und Drucksachen ab.
Häufige Fragen zu Typografie-Grundlagen
Warum sollte man maximal zwei Schriftfamilien verwenden?
Jede zusätzliche Schrift bringt eine eigene Anmutung mit und macht das Gesamtbild unruhiger. Zwei gut kombinierte Familien reichen aus, um Hierarchie und Abwechslung zu schaffen. Unterschiedliche Schnitte derselben Familie leisten den Rest.
Serifenschrift oder serifenlose Schrift, was ist besser?
Keine von beiden ist pauschal besser. Serifenschriften wirken klassisch und bewähren sich in langen Drucktexten, serifenlose Schriften wirken modern und sind auf Bildschirmen in kleinen Größen oft besser lesbar. Entscheidend sind Markenpassung und Einsatzzweck.
Welche Schriftgröße eignet sich für Fließtext im Web?
Als Faustregel gilt für Fließtext auf Websites eine Größe, bei der auch auf dem Smartphone bequem ohne Zoomen gelesen werden kann, moderne Seiten liegen deutlich über der früher üblichen Kleinschrift. Wichtiger als ein fester Wert sind guter Kontrast, ausreichender Zeilenabstand und eine angenehme Zeilenlänge von etwa 50 bis 75 Zeichen.
Darf ich jede Schriftart frei verwenden?
Nein, Schriften sind lizenzpflichtige Produkte, und die Lizenzen unterscheiden sich je nach Einsatz für Druck, Web oder App. Systemschriften und viele Open-Source-Fonts (etwa aus Google Fonts) sind kostenfrei nutzbar, kommerzielle Schriften brauchen die passende Lizenz. Vor der Verwendung sollten die Nutzungsbedingungen geprüft werden.
Sie brauchen das nicht nur erklärt, sondern umgesetzt?
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