Marketing
A/B-Testing
Kurz erklärt
Beim A/B-Testing werden zwei Varianten einer Seite, Anzeige oder E-Mail parallel an ähnliche Nutzergruppen ausgespielt, um zu messen, welche besser funktioniert. Statt auf Bauchgefühl zu setzen, entscheiden Daten über Überschriften, Bilder oder Formulare. Wichtig ist ausreichend Datenvolumen, sonst sind die Ergebnisse Zufall statt Erkenntnis.
Inhaltsverzeichnis
Das Prinzip ist einfach: Variante A ist der bestehende Stand, Variante B verändert genau ein Element, etwa die Überschrift, den Button-Text oder die Anordnung des Formulars. Der Traffic wird zufällig aufgeteilt, beide Varianten laufen gleichzeitig unter denselben Bedingungen. Gemessen wird eine vorher festgelegte Kennzahl, meist die Conversion-Rate. Wer mehrere Elemente auf einmal ändert, erfährt zwar, ob die neue Version besser ist, aber nicht warum. Deshalb gilt: pro Test möglichst eine Änderung, klare Hypothese vorab, festes Enddatum.
Die häufigste Fehlerquelle ist das Überinterpretieren kleiner Datenmengen. Wenn Variante B nach drei Tagen mit 12 zu 9 Conversions führt, ist das kein Ergebnis, sondern Rauschen. Ein Test braucht genügend Besucher und Conversions, bevor ein Unterschied als statistisch signifikant gelten kann, und selbst Signifikanz ist keine Garantie, wenn der Test zu früh gestoppt wurde. Als Faustregel: Tests über volle Wochen laufen lassen, um Wochentagseffekte auszugleichen, und lieber wenige saubere Tests durchführen als viele hektische. Für Seiten mit wenig Traffic sind große, deutliche Änderungen sinnvoller als Detailtests.
Häufige Fragen zu A/B-Testing
Wie lange sollte ein A/B-Test laufen?
Mindestens ein bis zwei volle Wochen, damit Wochentagseffekte ausgeglichen werden, und so lange, bis genügend Conversions für eine belastbare Aussage vorliegen. Einen Test zu stoppen, sobald das Wunschergebnis kurz vorne liegt, führt regelmäßig zu Fehlentscheidungen.
Lohnt sich A/B-Testing auch bei wenig Besuchern?
Bei sehr wenig Traffic dauern saubere Tests oft Monate und lohnen selten. Sinnvoller ist es dann, große Änderungen umzusetzen, die auf bewährten Prinzipien beruhen, und die Wirkung über längere Zeiträume zu beobachten. Testen Sie Details erst, wenn genug Datenvolumen da ist.
Was sollte ich zuerst testen?
Die Elemente mit dem größten Einfluss auf die Entscheidung: Überschrift und Nutzenversprechen, das zentrale Angebot, der Handlungsaufruf und die Struktur der Seite. Kleine Details wie Buttonfarben bringen erst dann messbaren Mehrwert, wenn die großen Hebel bereits stimmen und genug Datenvolumen vorhanden ist.
Kann ich mehrere Elemente gleichzeitig testen?
Bei einem klassischen A/B-Test ändern Sie pro Variante nur ein Element, sonst wissen Sie zwar, ob die neue Version besser ist, aber nicht warum. Das gleichzeitige Testen mehrerer Elemente ist als multivariater Test möglich, verlangt aber deutlich mehr Traffic und lohnt sich erst bei sehr hohen Besucherzahlen.
Verwandte Begriffe
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